17. November 2025 |
Das NDR-Medienmagazin Zapp hat sich in einer Sendung mit dem Berufsspinner Erik Ahrens befasst, also jenem Typen, der – wie er selbst gesteht – für politischen Fame alles machen würde: zum Beispiel sich in die Rolle eines neuen Hitlers oder Goebbels hineinzusteigern, weil man bei der extremen Rechte ein Ticket für Machtgewinnung sieht. Ja, das hat Ahrens, ein politischer Wendehals, tatsächlich so geschildert nach seinem (natürlich) inszenierten Ausstieg aus der rechten Szene. Und eben dieser Ausstieg ließ Zapp fragen: »Doch was ist echt an dieser Wandlung? Und was nur die nächste Bühne eines professionellen Selbstvermarkters?« Darüber sprach auch ich mit der Redaktion. Konkret etwa darüber, warum ihr Medienmagazin diese nächste Bühne ist, und darüber, dass sein Image als digitales Mastermind eine mediale Überhöhung seiner eigenen Mythenbildung ist; und darüber, dass Ahrens‘ ideologische Verformungen vor allem von Geltungssucht getrieben sind, und darüber, dass seine aktuellen Versuche, sich im Digitalen zu inszenieren, ziemlich volantil,verzweifelt und dilletantisch aussehen, und darüber, warum Maximilian Krah auch unabhängig von Ahrens sozial-medial gut funktionieren konnte, und darüber, dass die digitalen Erfolge der AfD weniger mit deren Können als mit Problemen der etablierten Parteien zu tun haben. Viel interessanter Stoff also – von dem dann nur ein belangloser Schnipsel in die Sendung eingenäht wurde. Man soll das Publikum ja auch nicht überfordern.
Schnipsel: »Erik Ahrens: Der TikTok-Stratege der AfD«, Zapp: Das Medienmagazin, auf: ARD Mediathek, 12. November 2025 (online hier).
