30. November 2025 |
Am Wochenende diskutierte ich auf einem Panel zu »Macht, Geld, NGO«. Der PEN Berlin hatte wieder zum Kulturkongress (a.k.a. Saalschlacht) geladen und ein paar heiße Themen angepackt: zum Beispiel das Wirken der staatlich geförderten Zivilgesellschaft, die zuletzt vermehrt in die Kritik geraten ist. Mit von der Partie waren Ulrike Winkelmann (taz), Timo Reinfrank (Amadeo-Antonio-Stiftung) und Morten Freidel (NZZ Deutschland). Letzterer ersetzte den kurzfristig ausgefallenen Journalisten Jan Fleischhauer. Der linken Empörung über »Angriffe auf die Zivilgesellschaft« mochte ich mich dabei nicht anschließen. Eine kritische Durchleuchtung des sog. NGO-Komplexes ist aus demokratietheoretischer Sicht legitim und sogar wünschenswert. So wie auch und gerade aus linker bzw. herrschaftskritischer Sicht eine Verschränkung von Zivilgesellschaft und Staat stets zu hinterfragen ist. Das Einigeln in einer Wagenburgmentalität hingegen gibt keine Antworten auf berechtigte Zweifel – und überlässt die Kritik denen, deren Deutungsangebote oft verschwörungstheoretisch übersteuern. Die Diskussion verlief kontrovers, aber zivil.
Podiumsdiskussion: »Macht, Geld, NGO« (moderiert von Catherine Newmark), im Rahmen des PEN Berlin Kulturkongresses 2025, im Holzmarkt 25 zu Berlin, 29. Nov. 2025 (mehr Infos hier; Kongress-Doku hier).
