Neues

Im Kreisel der Erregung

1. Juni 2021 |

Mit der Konjunktur des Postfaktischen erweitert sich nicht nur das Potential von Verschwörungsideologien, sondern auch der politischen Polarisierung. Denn es erschwert die demokratische Verständigung, wenn sich geteilte Wahrheiten auflösen. Befördert wird dieser Prozess durch das postredaktionelle Prinzip der sozialen Medien, die Wahrheit noch mehr zu einer Frage der Identität machen. Welche digitalen Interaktionsmechanismen hierbei ineinandergreifen, habe ich für die Aktuellen Analysen der Hanns-Seidel-Stiftung kurz zusammengefasst.

Beitrag: Holger Marcks, »Im Kreisel der Erregung. Über politische Polarisierung in digitalen Zeiten«, in: Philipp W. Hildmann & Maximilian Th. L. Rückert (Hg.), Agitation von Rechts. QAnon als antisemitische Querfront (= Aktuelle Analysen, Nr. 85), München 2021, S. 44-52 (online hier).

Das Gegenteil von gut

3. Mai 2021 |

Was sind die Probleme der demokratischen Gegenrede in der Online-Interaktion? Einen kleinen Überblick über die Dilematta, mit denen sich demokratische Akteure bei ihrer digitalen Arbeit gegen Rechtsextremismus konfrontiert sehen (konkret: Polarisierungsdilemmma, Wahrheitsdilemma, Mobilisierungsdilemma), haben Maik Fielitz und ich für das Blog der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) zusammengestellt. Der Text basiert auf einem Kapitel (»Das erneuerte Paradox der Toleranz. Auswege aus dem digitalen Faschismus«) unseres Buchs Digitaler Faschismus, das im Oktober 2020 im Dudenverlag erschienen ist. Eine Lizenzausgabe erschien Anfang des Jahres auch bei der SLpB und anderen Landenszentralen.

Blogbeitrag: Maik Fielitz & Holger Marcks, »Das Gegenteil von gut. Probleme der demokratischen Gegenrede in der Online-Interaktion«, Blog der Sächischen Landeszentrale für politische Bildung, 3. Mai 2021 (online hier).

Das Twitter-Elend

1. April 2021 |

Ja, eine Homepage. Die sozialen Medien nerven. Und es veranlasst zur Sorge, dass auch immer mehr Wissenschaftler in der dortigen shitshow mitmischen. Eigentlich schon schlimm genug, dass in der Wissenschaft alberne Ranking- und Ratingsysteme zunehmend wichtiger werden, die die Leute zum ständigen Publizieren zwingen – statt zum Nachdenken. Jetzt nimmt auch noch die akademische Jagd auf Follower an Fahrt auf. Als ob wir nicht um die Mechanismen der sozialen Medien wüssten, die postfaktische und affektive Dynamiken fördern. Als ob Akademiker frei wären von den Prozessen der Uniformierung und Emotionalisierung, die das Individuum zum Mitschwimmer eines digitalen Schwarms machen. Dafür gibt es keine Fonzies auf dem Cool-O-Meter.

Hier übrigens mein Twitter-Account: https://twitter.com/holger_marcks.