Gespenster am See

28. März 2026 |

Die letzten beiden Tage hatte am Bodensee ein ganz dicker Tanker angelegt: Der Faschismus stand in Konstanz zur Diskussion. Nämlich auf der Tagung »Das Gespenst des Faschismus«, die von Sven Reichardt, Levent Tezcan und Özkan Ezli organisiert wurde und eine Reihe namhafter Wissenschaftler zusammenbrachte. Im Zentrum standen Fragen nach historischen Kontinuitäten und Transformationen faschistischer Phänomene. Teil des Programms war auch ein öffentlicher Abendvortrag von Jan Philipp Reemtsma. Maik Fielitz und ich trugen ebenfalls vor, nämlich dazu, wie man sich dem digitalen Faschismus aus einer Perspektive der Konfliktforschung nähern kann. Neben vielen Denkanregungen bleiben für mich zwei interessante Beobachtungen: erstens, dass die Frage, wie faschistische Dynamiken sich aus gesellschaftlichen Interaktionen entwickeln (also eine genuin soziologische Perspektive), derzeit ebenso wenig eine Rolle spielt wie die, was das alles mit denen zu tun hat, die viel über Faschismus reden; und zweitens, dass apokalyptische Perspektiven auch bei Akademikern besonders die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Vortrag: Maik Fielitz & Holger Marcks, »Digitaler Faschismus: Eine Annäherung aus Perspektive der Konfliktforschung«, auf der Tagung »Das Gespenst des Faschismus« an der Universität Konstanz, 26. und 27. März 2026 (mehr Infos hier).