3. Juli 2026 |
Ende Mai sollte der dritte Club Volantaire in Hamburg steigen, also jenes Gesprächsformat, bei dem ich bereits zwei Mal zu Gast war. Diesmal zur Kritik des Queerfeminismus. Allerdings gab es wegen Thema und Besetzung etwas Hysterie im Umfeld des Veranstaltungsortes (man kennt es ja), weswegen der Betreiber die Veranstaltung kurzfristig absagte. Da ein Ausweichort nicht mehr rechtzeitig gefunden werden konnte, exilierte die Runde ins Altersfilm-Studio, wo dann ohne Publikum eine Studio-Version aufgenommen wurde. Wegen der beschriebenen Wendung baten mich jedenfalls die Veranstalter um ein Interview jenseits der Gesprächsrunde, um derlei Cancelpraktiken konfliksoziologisch einzuordnen. Ausschnitte dieses Interviews fanden dann ihren Weg als MAZ in die Sendung, die nun veröffentlicht wurde. Erläutert werden dabei die queerpolitischen Diskursverschiebungen in Bezug auf den Geschlechtsbegriff, wie dadurch das Feindbild der TERFs strukturiert wurde und wie sich der daraus folgende Hass in die neolinke Cancel Culture einfügt. Man kommt dabei nicht umhin festzustellen, dass insbesondere rund um die Causa Vollbrecht eine diskursive Engführung stattgefunden hat, mit der nicht nur der Begriff der Transfeindlichkeit massiv ausgedehnt, sondern auch ein begriffliches Chaos geschaffen wurde, das geschlechterpolitische Debatten bis heute belastest und zur Polarsierung beiträgt.
Video: Club Volantaire, »Was ist eine Frau? Feminismus außer Rand und Band«, auf: YouTube, 2. Juli 2026 (online hier).
