4. November 2026 |
Wenn von Querfront die Rede ist, geht es meist um Elsässer, Wagenknecht & Co. Dabei suchen auch andere Teile der Linken immer wieder den Schulterschluss mit autoritären, nationalistischen und anderen fragwürdigen Bewegungen. Darauf hat Ralf Fücks, Mitgründer des Zentrums Liberale Moderne, jüngst in einem Interview mit der Zeit hingewiesen: Die postkoloniale Linke bringe wie schon die antikoloniale Linke ein Crossover mit antiaufklärerischen und antiliberalen Kräften hervor. Da genau dieses Problem, also wie progressive Bewegungen reaktionäre Dynamiken hervorbringen und sich das dennoch als fortschrittlich rationalisieren, längere Zeit Gegenstand meiner Forschung war, habe ich mir dazu ein paar Anmerkungen erlaubt. Sie bauen unter anderem auf Analysen aus dem sozialrepublikanischen Panorama dazu auf, wie sich die antikoloniale Linke durch verquere Freund-Feind-Bilder mit Despoten gemein machte – und wie sich diese Logik in der Neuesten Linken postkolonialer Prägung fortsetzt.
Artikel: Holger Marcks, »Postkoloniale Querfront: Das reaktionäre Potential der Linken«, auf: The Social Republic, 3. November 2026 (online hier).
