30. Juli 2026 |
Was läuft falsch im »Kampf gegen rechts«? Darüber schreibe und rede ich schon ein Weilchen. Nun habe ich dazu der NZZ ein Interview gegeben. Es hat ein Augenmerk auf der Rolle von NGOs in diesem Feld. Aber eigentlich geht es um einen breiteren Zusammenhang soziopolitischer Milieus, die jenen Kampf prägen. Und um Diskurse, die co-polarisierend, mitunter radikalisierend wirken, weil sie durch ständige Dramatisierung entgleist sind. Durch die löblich-kritischen Fragen konnte ich meine Kritik gut präzisieren. Das Framing mit der Botschaft »Insider erhebt schwere Vorwürfe« möchte ich aber noch kommentieren: Insider bin ich nur insofern, als ich im NGO-Bereich arbeite; um Interna geht es nicht. Das ist halt meine soziologische Sicht auf das Feld. Eher noch kann man das der teilnehmenden Beobachtung zuordnen. Es geht im Interview um große Linien, um Strukturen und Diskurse, Interessen und Zwänge, Mechanismen und Prozesse. Nicht um konkrete Institutionen oder Personen. Ich sage auch nicht, dass Gefahren »bewusst« überzeichnet werden, sondern vielmehr unbewusst. Die Beteiligten handeln nämlich nach ihrem Wissen und Gewissen. Die Frage ist, wie ihre Wissensordnung zustande kommt, die Deutungen und Handlungen anleitet. Dazu dann ein andern Mal mehr.
Interview: »Der ›Kampf gegen rechts‹ ufert aus. Ein Mitarbeiter einer linken NGO erhebt schwere Vorwürfe« (im Gespräch mit Morten Freidel), in: NZZ, 28. Juli 2026 (online hier).
